Willkommen in der Realität. Darf ich Dich ein wenig herumführen ...

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und trotzdem: Businessplan-Schreiber mit rosaroter Brille sind klar im Vorteil. Es geht tatsächlich erst mal um das “wünsch Dir was” und dann – viel später – um das “so isses aber.”

Unser Businessplan war gut. Er hat überzeugt: die Vermieter, die Kapitalgeber und die Bank. Theoretisch hatte er sich bewährt, die Hürden genommen. Wir erarbeiteten uns, was wir für die Eröffnung brauchten: Startkapital, Immobilie und einen Fahrplan für die Geschäftsentwicklung der nächsten 5 Jahre.

Willkommen in der Realität Kunstdruck
Kunstdruck "Realität." von FUNI SMART ART

Gut gedacht

Auf 85 Seiten lieferten wir (uns) Antworten auf Fragen aus den Bereichen Marketing, Einkauf, Absatz, Standort, Controlling, etc. Detailliert aufgedröselt, in Worte gefasst und in harte Zahlen übersetzt. Über ein Jahr lang hatten wir uns vorbereitet, recherchiert, uns weitergebildet bis der Businessplan stand – wie wir dachten: felsenfest.

Sorry. Leider nein!

Es kam anders. Und zwar alles. Mit Eröffnung standen wir auf dem Prüfstand, der Businessplan vor dem Realitätscheck. Die gute B-Lage entpuppte sich als zickige C-Lage, die manchmal gut besucht war, meistens aber nicht. Die Monatsumsätze blieben nicht nur hinter den Erwartungen zurück, sondern bewegten sich im knallroten Bereich. Und wir? Sahen auch nur noch rot.

Auf den Kopf stellen

So eine Schockstarre kostet Geld und bringt nichts. Abhilfe schaffen nur Alternativen. Unser Standort in Berlin schwächelt? Gut, dann nichts wie ab ins www. Neben funi-berlin.de und funi-smart-art.com sind wir mit unserem Label auf dawanda, notonthehighstreet, njulezz und bald bei hierbeidir vertreten. Außerdem machen wir seitdem regelmäßig mobil und bespielen Events wie das Tollwood-Festival in München.

Bedrucktes Altpapier?

War der Businessplan für die Tonne? Nein. Wir hatten die richtigen Fragen gestellt, aber leider die falschen Antworten gegeben. Allerdings hatten wir nur dank Businessplan genug “Fuck-Up”-Kapital im Rücken. Es mag banal klingen, doch Fehler muss man sich leisten können.