Come to the dark side. We’ve got chocolate.

Ausbleibender Erfolg führt zu Unmut, überbordender Erfolg zu Übermut. Unmut kehrt unsere dunkelsten Seiten hervor, die in Verzweiflungstaten münden. Übermut hingegen lässt uns so hoch fliegen, dass ein ebenso tiefer Fall droht. Beides wird in der US-Serie Breaking Bad thematisiert. Gretchenfrage: Sind wir nicht alle ein bisschen Heisenberg?

FUNI SMART ART Minibild, Motiv "Seitenwechsel."
FUNI SMART ART Minibild, Motiv "Seitenwechsel."

Jeder baut mal Mist. Die Standard-Entschuldigung lautet dafür immer noch: Ich war jung und brauchte das Geld. Das gilt für uns alle bis wir erwachsen werden. Sobald wir dann der Gier anheim fallen oder aber die eigene Haut retten wollen, treffen wir ganz gerne mal – sagen wir – prekäre Entscheidungen à la Walter White.

Crystal clear?

Walter White alias Heisenberg stellt nach seiner Krebsdiagnose in der AMC-Serie Breaking Bad eine einfache Rechnung auf. Wenn er sich und seine Familie finanziell absichern will, reicht dazu seine verbleibende Lebenszeit in Kombination mit seinem Gehalt als Chemie-Lehrer nicht aus. Der Unmut wächst.

Irr(e)witzig

Er trifft eine interessante Entscheidung, die das Problem zunächst durchaus löst. Er bleibt der Chemie treu, wechselt aber auf die dunkle Seite und kocht mit seinem Ex-Schüler Jesse Pinkman die Droge Crystal Meth und das auf Premium-Niveau. Das “blaue” Gold katapultiert Heisenberg schlagartig in den Olymp des Erfolgs. Wer die Serie verfolgt hat, weiß: Alles, aber wirklich alles, wird dadurch immer schlimmer – bis zum freien Fall.

Nah dran

Und was hat das jetzt alles mit Start-Ups zu tun? Erstaunlicherweise jede Menge. Ok, Start-Ups verticken in aller Regel keine Drogen. Aber was uns allen blühen kann, sind Entscheidungen, die zu falschen Hochrechungen verleiten. Die Liste an Start-Ups, die sich verkalkuliert haben, erscheint endlos.

Auf Teufel komm raus

Typisch: Ein Start-Up investiert Geld – richtig viel Geld – in Fernsehwerbung, um sein Angebot zu promoten und verzeichnet damit geldwerten Erfolg. Was wird es tun? Es investiert noch mehr Geld in Fernsehspots, um den gemessenen Erfolg zu potenzieren. Wenn jetzt aber das Unternehmen nicht halten kann, was es im TV verspricht (z.B. das richtige Produkt zur richtigen Zeit an die richtige Person zu liefern), geht alles schief. Oder aber: Mehr Werbung bringt nicht zwingend mehr Aufträge, gezahlt werden muss aber trotzdem. Im Worst-Case droht dann das Insolvenzverfahren, was übersetzt bedeutet: Over and Out.