Ich so: Och, bitte! Und dann mein Leben so: Nö.

2012 fingen viele Nachrichten-Meldungen mit dem Satz an: “Es steht in jedem Berlin-Reiseführer und doch wird es Ende des Jahres zwangsgeräumt.” Gemeint war das Tacheles.

Die meisten Augen dürften getränt, die wenigsten gelacht haben. Schließlich war das Tacheles ein Symbol für Berlin als Kunst-und Kultur-Metropole Europas. Doch auch das kultigste Zentrum muss weichen, wenn Grund und Boden im Wert steigen und dank A-Lage zum "mords" lukrativen Investment werden. Sogar das Tacheles.

Tacheles ja, nur woanders

Konzept und Macher mussten in der Folge schlussendlich (nach langem Widerstand) ihre sieben Sachen packen und umziehen. Nach Marzahn. Eben jenen Berliner Randbezirk verkörpert aktuell die Comedian “Cindy aus Marzahn”. So richtig szenig-mittig ist das nicht mehr und den Kunst-Sexappeal muss man sich auch irgendwie mitdenken.

In Zukunft saniert und gentrifiziert

Und das Gebäude? Das Kunsthaus in der Oranienburger Straße ging dieses Jahr für runde 150 Millionen Euro über den Ladentisch. Erworben hat es der US-Investor Perella Weinberg Partners. Laut Bebauungsplan soll auf dem Gelände eine Mischung aus Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Hotels entstehen – wer hätte das gedacht. Gleichzeitig soll das ehemalige Tacheles-Haus aber weiterhin als Location für Kunst- und Kulturevents genutzt werden können. Isses es nicht paradox?


Das Tacheles wie es mal war ....
Das Tacheles wie es mal war ....