Aber in meinem Kopf hat das gerade noch Sinn gemacht!?

Jüngst mussten wir lernen, dass selbst ein Gerichtsurteil, das vor 1,5 Jahren gefällt wurde durchaus sinnfrei sein kann. Zur Erinnerung: Wir verklagten ein Berliner Copycat auf Unterlassung, gewannen und schlossen den Fall noch 2014 ab. Warum auch nicht? Vorbei ist vorbei, oder?

Denkste. Wir erhielten Post vom Landgericht. Dort heißt es nun, dass wir die noch offenen Gerichtskosten der Gegenseite übernehmen müssen. Denn als Kläger seien wir alternativer Zweitschuldner, wenn der eigentliche Schuldner nicht auffindbar und/oder das Geld nicht eintreibbar sei. Übersetzt: Wir haften per Gesetz für dessen Zahlungsunwilligkeit oder -unfähigkeit.

Häh?

Aber es kommt noch besser. Kommen wir der Zahlungsaufforderung nicht nach, tragen wir die Konsequenzen (Mahngebühren). Begleichen wir seine Rechnung, dürften wir als Ausgleich die Kosten erneut vor Gericht einklagen (neuer Prozess) und selbst beim Schuldner eintreiben. Kein Witz.

Finde den Fehler

Wohlgemerkt, dem gesamten Staatsapparat gelang es bis heute nicht Person und/oder Geld aufzuspüren. 

Gut, wie hoch das tatsächliche Engagement ausfiel, wissen wir nicht und werden wir auch nicht herausfinden. So oder so müssten wir jetzt ran. 

‘n Appel und ‘n Ei

Der offene Rechnungsbetrag ist einerseits gering, andererseits geht es ums Prinzip. Der eigene Gerechtigkeitssinn windet und krümmt sich am Boden. Was kommt noch? Nach Rücksprache mit unserem Anwalt zahlen wir das Landgericht, denn alles andere wäre 1. aussichtsloser , 2. teurer und 3. sinnfreier. Na dann. 


FUNI SMART ART Notizbuch, Motiv "Sinn?!"
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